Konzertberichte

2019

Rheinberger und Co.

Die  2. Bad Orber Abendmusik im Juni versprach mit dem Motto Rheinberger und Co. ausschließlich Musik der deutschen Romantik.

So konnte denn auch das Publikum in reinem Hörgenuss weitgehend emotional zugänglicher Werke von Rheinberger und Mendelssohn schwelgen, denen sich weniger bekannte Meister wie Bunk, C. Schumann, Bartmuß, Hiller u.a. hinzugesellten. Eine künstlerisch hochstehende Gestaltung garantierten die in Bad Orb seit vielen Jahren treu verbundenen Musikerinnen Diana Schmid (Mezzosopran), Almut Frenzel-Riehl (Violine/Viola) und Katrin Ziegler (Violoncello).  

Eine geradezu behaglich ausklingende Stunde gehaltvoller Musik der deutschen Romantik, die ein breites Spektrum oft zu Unrecht vergessener Komponisten einem dankbar aufnehmenden Publikum nahe brachte. 

Karfreitagskonzert

Das war so vielversprechend: das sorgsam zusammengestellte Programm für das Karfreitagskonzert mit der Sopranistin Jana Baumeister! Leider musste die junge Nachwuchssängerin kurzfristig aus Krankheitsgründen absagen. Dankenswerterweise

konnte der Oboist Franz-Josef Wahle vom Hess. Staatstheater Wiesbaden einspringen und das Konzert mit dem Titel Lamento „retten“. Und dies war wahrlich keine verlegene Ersatzlösung.

Mit warmer Tongebung, subtilen Farbnuancen und ausdrucksstarker Gestaltungskraft brachte Franz-Josef Wahle in bewährtem Zusammenspiel mit Klaus Vogt an der Orgel die alles bestimmende Klage (Lamento) des Karfreitags in Werken von Bach, Händel, Callahan, Rheinberger und Klein zum Klingen. Werke von Bach, Rheinberger, Lubrich und Guilmant übertrugen ergänzend die Karfreitgsstimmung auf die Orgel.


2018

Freu dich Erd und Sternenzelt

Eine gehaltvolle Weihnachtsmusik konnten die Zuhörer am 2. Weihnachtstag erleben.

Unter dem Titel Freu dich Erd und Sternenzelt war das Vocalensemble Belvoce in der Quartettbesetzung Sopran (Felina Mathes), Alt (Katharina Padrok), Tenor (Christian Kling)und Bass (Daniel Kemminer) in der Martin-Luther-Kirche zu hören.

Ein bunter Reigen durch deutsches und internationales Liedgut ließ das Weihnachtsfest in den verschiedensten musikalischen Facetten aufleuchten, mal gewohnt volkstümlich, mal in modernem klanglichen Gewand. Das Publikum erlebte weihnachtliche Musik jenseits von „O du fröhliche“ und „Ihr Kinderlein kommet“, wenn auch das „Stille Nacht“ zum Abschluss des gut besuchten Konzertes auch nicht fehlen durfte.

Musik zwischen Mythos und Mystik – Musikalische Metamorphosen.

Im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda 2018 fand am 9. September ein thematisch gebundenes Konzert statt: Musik zwischen Mythos und Mystik – Musikalische Metamorphosen.

Im Mittelpunkt des Konzertes standen dabei die „Metamorphosen zu Texten des Mystikers Meister Eckhart“ für Oboe und Orgel von Richard Rudolf Klein (1921-2011) sowie die „Metamorphosen after Ovid“ für Oboe solo von Benjamin Britten (1913-1976). Auch Werke von Frescobaldi, Bach und Hahn führten in die Welt der Kontemplation und Meditation, was vom Publikum mit großer Aufmerksamkeit und  Nachdenklichkeit aufgenommen wurde.

Klaus Vogt steuerte Improvisationen auf der Orgel bei. Stefan Gleitsmann führte die Zuhörer mit seinem meisterlichen Spiel in gewohnt souveräner Weise in die Klangsphären der Oboe und damit ein Stück weit in die programmatisch intendierte Entrücktheit der „Musik zwischen Mystik und Mythos“. 

Orgelkonzert

Mit einem anspruchsvollen Programm wartete Eckhard Manz, Kirchenmusikdirektor an St. Martin in Kassel, in seinem Orgelkonzert am 15. Juli auf. Zu hören war Barockes von Weckmann und Clérambault sowie J.S.Bach, dessen Passacaglia und Fuge c-Moll er auf der Förster & Nicolaus-Voigt-Orgel meisterlich bewältigte.

Aus der „Pfingstmesse“ von O. Messiaen spielte er die Stücke „Offertoire“ und „Communion“, die er farbenreich und technisch bravourös gestaltete. Für Hörer wie für Spieler gleichermaßen anstrengend, legte Manz ein breites Spektrum der in seiner Einzigartigkeit nicht wieder erreichten Tonsprache O. Messiaens dar, ganz ohne den sonst klangsinnlich wünschenswerten Kathedraleffekt; dass dies auch bei trockener Akustik gelingen kann, bewies Manz eindrucksvoll.

Nach wie vor für viele Hörer eine (allzu?) „moderne“ Musik, immerhin bald 7 Jahrzehnte alt!

Agnus Dei

Im traditionellen Karfreitagskonzert erklangen Werke, die einen zeitlichen Bogen von Samuel Scheidt bis zu Jehan Alain spannten.

In Duetten aus Pergolesis „Stabat Mater“, von J.S. Bach und J.W. Franck (in spätromantischen Bearbeitungen) zeigten Diana Schmid (Mezzosopran) und Felix Uehlein (Countertenor) die hohe Kunst des Ensemblesingens, homogen, fein abgestimmt, mit ausdrucksvoller Gestaltungskraft. Nicht minder überzeugte die junge Flötistin Clara Kaschel aus Leipzig, die neben Fauré und Callahan vor allem im „Requiem“ von W. Graf durch „gewagtere“ Klänge dem Karfreitagskonzert seinen tiefen Ausdruck des Schmerzes und der Trauer verlieh.

Das Konzert endete sinnhaft mit dem Kyrie und Agnus Dei aus Alains „Messe modale“, in die sich die beiden Solostimmen zusammen mit Flöte und Orgel zur Bitte um Frieden vereinten

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